
Totgesagte leben länger: Alphabet marschiert im KI-Rennen – Was Online Marketing jetzt wissen muss
Meinungsbeitrag von Dominik Sobotka, Gründer und Inhaber von onmari.com
Aus Sicht einer Online-Marketing-Agentur: Schluss mit dem Hype, back to the facts
Wir überprüfen die Fakten und zeigen, warum Google in der Wirtschaftlichkeit vermutlich auch langfristig die Nase vorn hat.
Es ist noch nicht lange her, da wurden Google und seine Muttergesellschaft Alphabet von vielen vorschnell abgeschrieben. Geradezu euphorisch wurde Open AI mit seinem revolutionären Tool ChatGPT als der unangefochtene Gewinner der Zukunft gefeiert. Doch wir, die seit über 20 Jahren Tag für Tag mit Google Diensten für SEO, Datenanalyse und Google Ads arbeiten, wussten: So einfach wird dieses Rennen nicht entschieden.
Die Mär vom überraschten Technologieriesen hält der Realität nicht stand. Das, was Alphabet in den letzten Monaten mit Modellen wie Gemini 3 ausrollte und tief in Produkte wie die Google Suche, Gmail und YouTube integrierte, ist nicht über Nacht entstanden. Es ist das Resultat jahrelanger Investitionen in DeepMind, eigene KI-Chips (TPUs) und den massiven Aufbau von Cloud-Rechenzentren.
Faktencheck: Validität der Hypothesen und aktuelle Daten
Die Kernargumente des aktuellen Marktgeschehens bestätigen die langfristige Stärke Alphabets:
Die Macht der vertikalen Integration: Googles finanzielle Festung
Während die Medien jeden Schritt von Sam Altman und Open AI begleiten, um ein KI-Imperium aufzubauen, ist Google längst eines. Martin Peers von The Information fasste es treffend zusammen: Google ist längst ein vertikal integrierter KI-Riese.
Open AI ist stark von Microsoft als grössten Anteilseigner abhängig, muss teuer Infrastruktur einkaufen und steht unter Druck, schnell profitabel zu werden. Alphabet hingegen besitzt mit seinem Werbegeschäft aus Google Search und YouTube eine sprudelnde Geldquelle in Milliardenhöhe, die es mühelos in die eine oder andere strategische Richtung steuern kann – aktuell in die Entwicklung eigener, hochmoderner KI-Chips (TPUs), die sogar andere Tech-Giganten wie Meta interessieren.
Was das für den Online-Sichtbarkeitswettbewerb bedeutet
Für uns Online-Marketer geht es um die mittelfristige Zukunft der Sichtbarkeit und des Werbemarktes.
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Werbung zieht in die KI-Agenten ein: Die Kostenstruktur von KI macht die Einführung von Werbung unvermeidlich. Was heute in Chatbots und AI-Search-Ergebnissen noch kostenfreie Information ist, wird sehr schnell zur Werbefläche. Die ersten Feldversuche im Bereich Hotelbuchungen, bei denen Marktführer wie Booking oder Expedia Exklusivplatzierungen in KI-Ergebnissen testen, zeigen die Richtung. Doch lange wird sich diese Exklusivität nicht durchhalten lassen, weder beim Nutzer noch bei den Wettbewerbsbehörden.
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Die Bedrohung der Mittelsmänner: Die Datensammelwut der KI-Agenten zielt auf den direkten Weg vom Suchimpuls zum Kauf – den sogenannten Zero-Click-Kauf. Das bedroht weniger den direkten Leistungsträger (z. B. das Hotel) als vielmehr die großen Absatzmittler (wie Booking.com oder Expedia), die bisher eine hohe Marge kassiert haben. Je direkter der Weg zum Produzenten, hier dem Hotel, desto geringer die abzugebende Marge. Das sehen wir schon heute: im Direktvertrieb z.B. übr Google Ads erzielen wir i.d.R. günstigere Vertriebskosten als über die Absatzmittler mit Ihren Provisiosnmodellen.
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Die Pflicht zur Ökosystem-Optimierung: Die Konkurrenz zwischen Alphabet und Open AI wird nicht in einer Verdrängung enden, sondern in einer Fragmentierung der Customer Journey. Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, nur für die klassische Google-Suche zu optimieren. Wir müssen darauf achten, in beiden Welten (Google-Ökosystem und Open AI/Microsoft-Kosmos) präsent sein, wobei wir Google hier auch in Zukunft weiterhin als Marktführer einschätzen.
Google SGE (Search Generative Experience)/Gemini: Inhalte und Entities müssen so aufbereitet werden, dass Google sie optimal für seine eigenen KI-Antworten nutzen kann, sei es in der Websuche, der Gemini-App oder wo auch immer im Google-Kosmos.
Langfristig sehen wir aufgrund der bestehenden Infrastruktur (Mix aus Technologie und Know-How) und der unangefochtenen Finanzkraft Alphabet als den wahrscheinlicheren Gewinner des wirtschaftlichen KI-Rennens.
Quellen:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Google-rast-auf-die-4-Billionen-Schallmauer-zu-id30071827.html
Update März 2026: Warum Google das Rennen (vorerst) gewonnen hat
Inzwischen untermauern aktuelle Daten in einem Blogbeitrag von Sistrix die Vermutung: Google hat den anfänglichen Vorsprung von OpenAI nicht nur aufgeholt, sondern wandelt ihn in eine massive Marktdominanz um. Während ChatGPT und Perplexity als innovative Herausforderer starteten, zeigen die Zahlen jetzt, warum das Google-Ökosystem so schwer zu knacken ist.
Hier sind die drei entscheidenden Faktoren aus der aktuellen Analyse:
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Der Ökosystem-Vorteil: Der Erfolg entscheidet sich über den Zugang zum Nutzer. Google muss keine neuen Gewohnheiten erzwingen; die AI Overviews sind nahtlos in die gewohnte Suche integriert. Während Wettbewerber mühsam versuchen, Nutzer auf neue Plattformen zu locken, holt Google sie dort ab, wo sie seit Jahrzehnten sind. Der Apple-Deal (Gemini in Apple Intelligence) zementiert diesen Zugang zusätzlich.
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Massive Kostenvorteile: Während OpenAI und andere Startups für ihre Rechenleistung hohe Margen an Hardware-Hersteller (wie NVIDIA) zahlen, spielt Google seinen Infrastruktur-Vorteil voll aus. Durch eigene TPUs (Tensor Processing Units) produziert Google Rechenkapazität fast zu Herstellungskosten – ein Effizienzvorteil, der im Skalierungswettlauf über Sieg oder Niederlage entscheidet.
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Harte Fakten für SEOs: Die Integration der KI-Antworten verändert den Traffic massiv. Laut Sistrix sinkt die Klickrate bei Suchen mit AI Overview von durchschnittlich 57 % auf nur noch 33 %. Für den deutschen Markt bedeutet das einen potenziellen Verlust von rund 265 Millionen organischen Klicks pro Monat.
Was das für uns bedeutet: Standard-Inhalte und einfache „Listicles“ verlieren rapide an Wert – teilweise wurden Sichtbarkeitseinbrüche von bis zu 49 % beobachtet. Wer in dieser neuen Google-Ära bestehen will, muss auf inhaltliche Tiefe, echte Autorität und Formate setzen, die eine KI in einer kurzen Zusammenfassung nicht ersetzen kann. Google marschiert nicht nur – Google setzt gerade die neuen Spielregeln für das gesamte Web fest.
Quelle: https://www.sistrix.de/news/wie-daten-zeigen-dass-google-gewinnt/
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